Mit außergewöhnlichen Vergütungsmodellen den Unternehmenserfolg steigern

By 12. Februar 2016Fachartikel

Die Anforderungen an Personaler und Entscheider in Unternehmen steigen stetig und auch die Komplexität der Aufgabenbereiche nimmt zu. Freie Zeiteinteilung, Work-Life-Balance und Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag haben einen zunehmend wichtigeren Stellenwert bei Angestellten und damit auch für die Personalverantwortlichen.

Personalmanagement 2.0

Aufgrund des demografischen Wandels in der Bevölkerung müssen moderne Unternehmen neben der Qualität ihrer Waren und Innovationen bei neuen Produkten oder Dienstleistungen auch deutlich mehr Kompetenz beim Personalmanagement beweisen. Der wirtschaftliche Erfolg steht in direktem Zusammenhang mit der Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeiter. Hierbei spielt das Thema Incentivierung eine wichtige Rolle. Auch wenn das selbst nichts Neues ist, so sind die heute gebotenen Möglichkeiten deutlich vielfältiger. Dieser Umstand, und die Tatsache, dass die aktive Förderung von Arbeitnehmern zentrale Aufgabe bei vielen Personalern und Geschäftsführern ist, führt dazu, dass Gutscheine, Incentives und Work-Life-Balance-Maßnahmen aktuell einen rasanten Aufschwung erfahren.

Der jährliche Hays-Report 2014/15 hat in einer Umfrage gemessen, wie HR-Verantwortliche und Entscheider zu den Themengebieten Mitarbeitermotivation, Betriebliches Gesundheitsmanagement und Work-Life-Balance stehen und ob konkrete Maßnahmen im jeweiligen Unternehmen umgesetzt wurden. Die Abweichung zwischen dem Wissen um die Notwendigkeit und der tatsächlichen Umsetzung ist zwar geschrumpft, jedoch sprechen die Zahlen eine eindeutige Sprache: So erachten 71 % aller Befragten das Betriebliche Gesundheitsmanagement für wichtig, jedoch erfolgt nur bei 48 % eine tatsächliche Umsetzung. Und auch beim Thema Work-Life-Balance ist eine Diskrepanz messbar: Für 73 % der Befragten ist das Thema Work-Life-Balance wichtig und hat hohe Priorität, in der Realität werden nur 32 % der Unternehmen in diesem Bereich tätig.

Vielschichtige Motivation

Diese Ergebnisse zeigen, dass der Wille vorhanden ist, aber oftmals das Knowhow fehlt, um entsprechende Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Die Vielschichtigkeit der Mitarbeitermotivation macht das Thema zu einem komplexen Aufgabenbereich und setzt sowohl in der Planung als auch in der Umsetzung Fingerspitzengefühl voraus – schließlich geht es um das wertvollste im Unternehmen: die Mitarbeiter. Dabei ist es besonders wichtig auf die Wünsche und Bedürfnisse der Beschäftigten einzugehen, denn so vielseitig sie sind, so unterschiedlich sind auch ihre Anforderungen an ein funktionierendes Öko-System innerhalb des Unternehmens. Junge Familien wünschen sich die Möglichkeit, Kinderbetreuung individuell gestalten zu können und sind dankbare Abnehmer von Teilzeitlösungen. Je nach Unternehmensgröße sind eigene Kindertagesstätten Teil der angebotenen Work-Life-Balance-Leistungen. Andere Angestellte wollen vielleicht statt einer Gehaltserhöhung lieber zusätzliche Urlaubstage. Auch von Abteilung zu Abteilung können die Bedürfnisse stark variieren. Im Vertrieb wiederum sind Bonusprogramme oder Incentives die vielleicht bessere Alternative.

Wichtig

Wesentlich sind die Kommunikation und der regelmäßige Austausch mit den Arbeitnehmern. Eine One-Size-Fits-All Lösung ist i. d. R. nicht zielführend und für moderne Arbeitgeber kann das auch nicht der Anspruch sein. Vor allem in Zeiten, in denen die Auftragsbücher voll und die Beschäftigten extrem gefordert sind, ist eine Anerkennung der geleisteten Arbeit besonders wichtig.

Dies kann ein gut platziertes Lob vom Chef sein oder aber auch der Einsatz von Erholungsbeihilfen. Erholungsmaßnahmen, wie Massagen oder regelmäßige Sportaktivitäten, können als Zusatzleistung zum Gehalt gewährt werden. Gerade erholsame Erlebnisse suggerieren dem Arbeitnehmer Anerkennung und Wertschätzung gegenüber der geleisteten Arbeit. Zusätzlich steigt das körperliche Wohlbefinden und die Mitarbeiter können mit neuer Energie an die anstehenden Aufgaben herangehen. Auch das Ansehen als attraktiver Arbeitgeber, der für die Angestellten mehr tut als üblich, wird gestärkt.

Eine gesundheitsbewusste Unternehmenskultur hat zudem gleich mehrere positive Auswirkungen. Gemeinsame Erlebnisse, z. B. Yoga-Kurse oder Jogging-Gruppen in der Mittagspause, sorgen für Leistungssteigerung am Arbeitsplatz und stärken zudem das Team-Bewusstsein. Die Beschäftigten lernen sich untereinander besser kennen, die Kommunikation wird verbessert und Vertrauen aufgebaut. All dies ist unerlässlich, um einen reibungslosen Arbeitsablauf zu garantieren und ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten, was wiederum einen immensen Effekt auf die Motivation des Einzelnen hat – denn nur wenn ein Arbeitnehmer sich in seinem Arbeitsumfeld wohlfühlt, kann er vollen Einsatz zeigen und Leistung bringen.

Renaissance der Incentivierung

Incentive-Programme gehören seit Langem zum festen Bestandteil von Motivations- und Umsatzsteigerungs-Maßnahmen. Dabei werden aber immer häufiger Modelle gewählt, die nicht einfach nur eine Bonuszahlung oder Umsatzprämien enthalten, sondern außergewöhnliche und individuelle Belohnungen gewähren. Mitarbeiter werden immer anspruchsvoller und wollen individuelle Behandlung erfahren.

Wichtig

Gerade im Bereich der Prämiensysteme und Incentive-Programme sind Standardlösungen nicht mehr zielführend und steigern die Leistungen meist nur noch unzureichend. Beim Einsatz von falschen Maßnahmen oder Prämien kann es sogar zu einer negativen Motivation kommen.

Der Trend geht ganz klar in Richtung Individualisierung und Emotionalisierung der Incentives. Dabei stehen vor allem „money-can’t-buy“-Erlebnisse ganz hoch im Kurs. Je ausgefallener, umso besser kommt das angebotene Incentive bei den Belohnten an. Vorausgesetzt, es besteht auch gleichzeitig ein persönlicher Bezug zwischen Erlebnis und Beschäftigtem.

Beispiele

Einen Überflieger im Vertrieb könnte man mit einem Jet-Flug für seine Leistungen sprichwörtlich belohnen. Oder wer der Schnellste beim Erreichen der Umsatzziele ist, darf sich über eine Fahrt mit einem Formel-1-Rennwagen freuen.

Es ist wichtig den Arbeitnehmer dort abzuholen, wo er persönlich steht. Unternehmen sollten die Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiter kennen. Denn wenn der Arbeitgeber weiß, womit der Beschäftigte begeisterungsfähig ist und was ihn persönlich antreibt, kann er durch den gezielten Einsatz von personalisierten Gutscheinen für außergewöhnliche Erlebnisse die Leistungsbereitschaft merklich steigern.

Vor allem sind natürlich die Top-Performer für Unternehmen wichtige Umsatzfaktoren und diese gilt es, entsprechend ihren Leistungen und Wünschen besonders zu beachten. Sie können durchaus über sich hinauswachsen und für ein Once-in-a-Lifetime-Erlebnis einen einmaligen Performance-Output generieren. Aber auch alle anderen Mitarbeiter im Verkauf oder Vertrieb wollen eine besondere Anerkennung ihrer Leistungen. Hierbei kommt die individualisierbare Vergütung voll zur Geltung, denn um allen Bedürfnissen gerecht zu werden und dennoch die Kosten nicht aus dem Ruder laufen zu lassen, sind Gutscheine und Erlebnisse eine praktische und – der Leistung entsprechend – kostengünstige Lösung.

Praxistipp

Dabei kommen dem Arbeitgeber steuerliche Förderunmöglichkeiten im Bereich Work-Life-Balance entgegen, denn Erholungsbeihilfen können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend gemacht werden. Des Weiteren besteht für Unternehmen die Möglichkeit, dem Arbeitnehmer oder seinen Angehörigen sog. Sachzuwendungen für besondere Anlässe zukommen zu lassen. Seit 2015 steht dafür ein steuerfreier Betrag von 60 Euro inklusive Mehrwertsteuer zur Verfügung.

Fazit

Mitarbeiterförderung durch Motivation auf der einen und erholsame Ausgleichsaktivitäten auf der anderen Seite können zusammenfassend als ideales Handwerkszeug im modernen Personalmanagement angesehen werden. Die Kombination mit personalisierten Incentives für außergewöhnliche Leistungen rundet den Maßnahmenkatalog ab.

Ob Anerkennung für geleistete Arbeit, das Feiern gemeinsamer Erfolge oder erreichter Milestones großer Projekte – die Wertschätzung der Arbeitnehmer gehört zu den Hauptaufgaben aller Personalverantwortlichen. Ohne großen Aufwand können sie so die Zufriedenheit am Arbeitsplatz und die Identifikation mit dem Unternehmen nachhaltig steigern und es als begehrten Arbeitgeber positionieren.